Besuch in China

China

Von: Gerhard Krämer

Wo steht die Displayindustrie heute?
Im Moment stellt sich jeder die Frage wohin die Reise geht. Und zwar tun das sowohl die Produzenten in China als auch die Importeure in Europa. Mittlerweile sollte jeder begriffen haben, dass man nur mit „billig“ nicht überleben wird. Es macht einfach keinen Sinn sich Marktanteile zu erobern oder zu sichern indem man die Preise immer weiter nach unten treibt. Diese Spirale endet tödlich, zumal alle Importeure zusätzlich unter dem schlechten Eurokurs gegenüber dem Dollar leiden. Fast 20% Kursverlust innerhalb eines Jahres ist einfach nicht zu kompensieren. Selbst die Hersteller in China verabschieden sich reihenweise vom Exportgeschäft oder betreiben es nur noch um die Fabrikarbeiter zu beschäftigen. Der Profit durch den Export ist für die meisten unrentabel geworden. Die Löhne in China steigen relativ schnell aber Preiserhöhungen für die Produkte sind nicht durchsetzbar. Eine Erhöhung der Quantitäten ist auch nicht in Sicht, da die Märkte eine gewisse Sättigung erreicht haben. Billigere Materialen zu verwenden ist nur möglich wenn man Qualitätsverluste in Kauf nimmt und sich mit permanenten Reklamationen herumschlagen muss. Am Ende führt das nur zu Verlusten für alle Beteiligten, Exporteure, Importeure und auch der Endkunde. Wer billig kauft, kauft zweimal!
Die chinesischen Hersteller wenden sich daher mehr und mehr dem Binnenmarkt und damit den chinesischen Endkunden zu. Und dieses Potential ist nahezu unerschöpflich. Sie bieten inzwischen auch Druckerzeugnisse und Maschinen sowie diverse andere Dienstleistungen an. Nur wenige werden auf lange Sicht das Exportgeschäft aufrechterhalten.

Was können wir tun?
Der reine Handel nur mit Displaysystemen wird bald verschwunden sein. Nur davon alleine kann keiner mehr überleben, auch nicht die Onlineshops. Die oben erwähnten Probleme, die Lagerhaltung und die sehr langen Produktionszeiten und Transportwege fressen die Margen auf.
Man muss nach neuen Wegen suchen und sich auf mehrere Standbeine stellen. Das können andere Produkte, aber auch andere Dienstleistungen sein. Was das genau sein kann, muss jeder Unternehmer für sich entscheiden und definieren. Dazu müssen dann aber auch andere Strukturen in den Betrieben geschaffen werden und das erfordert Zeit und Personalveränderungen. Es wird höchste Zeit sich dieser Herausforderung zu stellen.
Vielleicht hat der Kursverfall des Euro und der Druck des Marktes so ja auch wieder etwas Positives, indem wir dazu angetrieben werden uns zu verändern und neue Wege zu gehen.

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